Torsten Gripp
Geb. 1960 in Kellinghusen / Schleswig-Holstein
beschäftigt sich als Künstler seit mehr als 30 Jahren mit der Fotografie.
Schwerpunkt: Künstlerische Portraitfotografie
Ausstellungen im In- und Ausland; unter anderem in Frankreich, Belgien, England und der Schweiz.
Fotos in Büchern, CD-Booklets, Zeitschriften und Zeitungen.
Ankäufe durch Kirchen, Behörden, Privat und Galerien.
VG Bild-Kunst Urh.-Nr.: 1201423
Mitglied im Adobe-Photographers-Directory
Die Presse schreibt:
“Seinem sicheren Gespür für die Menschen, die sich ihm anvertrauen und seiner zuverlässigen Arbeitsweise verdankt Torsten Gripp einen treuen Kundenstamm aus Politik, Werbung und Privat, der weit über den Kölner Raum hinaus reicht. Ein hohes Maß an fachlicher und ästhetischer Kompetenz sowie die liebevolle, individuelle Arbeit mit den Menschen machen den professionellen Anspruch des gereiften Portraitfotografen Torsten Gripp komplett.
Bei der Portraitfotografie kann er seine gestalterische Kraft mit der ihm eigenen Empathie verbinden, um dann bei den Portraitierten wahre Metamorphosen hervorzurufen. Dies wird beim flüchtigen Betrachten oft als Verwandlung gedeutet; bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass es Torsten Gripp keinesfalls um die Umgestaltung eines Menschen mittels digitaler Zaubertricks geht, sondern einzig die wahre Schönheit sichtbar geworden ist.
Auch ohne schmeichelnde Lichteffekte und Make-up sind ’normale Menschen’ wider erwarten fotogen und das Ergebnis - die Fotografie - ist der ungelogene Beweis für den Reichtum des Sichtbaren.
Es entsteht der Eindruck, dass die Menschen zu Torsten Gripp wie zu einem Arzt kommen, der ihr Befinden sichtbar macht, das sie dann zwischen den Fingern nach Hause tragen können, um zu sagen: seht her, dass bin ich wirklich.”
Mehr Informationen:
Linientreu - neue Arbeiten in schwarz/weis
Self experience - ein buntes Tagebuch
Der Mensch ist ein objekthaftes, autonomes Gebilde, welches immer wieder auf sich selbst verweist und somit einer künstlerischen Ausdrucksform Inhalt verleiht. Zwei Wirklichkeiten treffen hier aufeinander, die der Kunst und die des Lebens. Auf einigen Fotos präsentiere ich erotisch begehrenswerte Frauen, auf anderen wiederum Menschen in alltäglichen Situationen.
Der Betrachter kann sich den Fotos auf verschiedene Weise nähern, doch er wird immer gezwungen, das Bild aus meiner Sicht zu sehen. Er muss sich in mich hineinversetzen und kann so auf voyeuristische Art die abgebildeten Menschen genießen. Der Realitätsgehalt meiner Fotos ist hoch, jedoch immer abstrahiert und expressiv dargestellt. Meine Darsteller werden zu lebenden Plastiken, eingefangen mit den Mitteln der digitalen Fotografie. Zerlegt in binomische Formeln und wiederbelebt in den Computern dieser Welt.
Die Fotos sind frei von Zwängen und entsprechen weitgehend den sexuellen Normen unserer Zeit. Körper und Kunst sind wunderbar miteinander zu verbinden und die Arbeiten verkörpern zum Einen meine Lust an den Menschen und zum Anderen das expressive Ausnutzen von Körpern zur Darstellung von Idealen und Ängsten. Alle Wünsche, Träume, Lüste und Ängste bilden die Sehnsucht nach dem perfekten Bild von einem Menschen, der vollkommen vertraut. Laszive Signale konnte ich auffangen und mit der Kamera festhalten. Schnell entstehen so Bilder, die bis an die Grenze dessen gehen, welche unsere Gesellschaft akzeptieren will. Wir leben zwar in einer enttabuisierten Welt, doch sind die Kritiker nackter Haut nicht müde geworden und erkennen auch in harmlosen Darstellungen böse Absichten.
Ich liebe es, gemeinsam mit den Modellen, die Grenzen des Möglichen auszuloten – die Abgründe im Inneren eines Menschen zu entdecken und der Ästhetik folgend, scheinbar einfache Fotos in die Kunst überzuführen. Ich dokumentiere das Gesehene, wenn mein Auge auf ausdrucksstarke Momente trifft, dann vertraue ich meinem Gefühl, das etwas erahnt oder sich traut etwas wahrzunehmen, das noch nicht im Raum geschehen ist.
Später beim Betrachten der Fotos kann ich den narrativen Sinn bergen und die Abgründe der seelischen Körpervermessung mit der Linse der Kamera, die im Dialog mit dem Portraitierten entstand, in meine Theorie der kreativen Selbsterfahrung überführen.
Torsten Gripp im November 2009
torstengripp FOTOGRAFIE