



Im nebenstehenden Fall wollte der Auftraggeber ein Foto, dass seine Männlichkeit unterstreichen sollte.
Ich habe mich daher für die klassische schwarz-weiss -Variante entschieden und Kleidungsstücke aus dem Studiofundus ausgewählt. Einen Hut und einen Mantel mit Pelzkragen.
Ein junger Mann aus Kenia. Sein Hobby Musik und Computer. Auch hier der Wunsch nach einem Foto, dass seine Musikbegeisterung in den Mittelpunkt rücken sollte. Gleichzeitig sollte das Foto nicht mehr die Kindlichkeit ausstrahlen, die seine bisherigen Schnappschüsse begleiteten. Auch hier habe ich ein Kleidungsstück aus dem Fundus genommen.


Ist ein Foto immer ein Schnappschuss?
Und... wie wandelbar ist ein Mensch? Gibt ein schönes und ein Alltagsgesicht?
Fragen, Fragen, Fragen....!

Was zeichnet ein schönes Gesicht aus? Ist es die Ebenmäßigkeit? Die Reinheit?
Sehr skeptisch kam das angehende Model ins Studio und war sich ihrer Selbst noch nicht bewusst. Das Resultat hat sie bestärkt im Wunsch, ein Model zu werden.


Ein wunderschönes Gesicht, verletzlich und voller Vertrauen. Fast ein Kind noch. Während des Shootings jedoch kam immer mehr die Frau heraus und lockte mit einem tiefen Blick.


Frech. Sie war einfach nur frech. Knallrote Haare und ein cooles Outfit und doch wollte sie gern mit den Augen sprechen lernen. Hinter der Fassade lag eine Frau von lebendiger Schönheit und so wandelte sich der freche Blick in die Verlockung pur.


Oh nein - ich mag nicht fotografiert werden und überhaupt....!
Später dann schien sie fast süchtig nach noch mehr Fotos und immer weniger Kleidung. Auch hier haben sich die Augen in ein Versprechen verwandelt.


Erst wurde der Fotograf geprüft und dann vergessen. So konnten Fotos von unvergleichlicher Tiefe entstehen.


Die junge Dame aus Indien brachte ihr Instrument, viel Leidenschaft und ihre Familie mit.
Nach einiger Zeit verlor sie sich beim Shooting in die getragenen Melodien ihres Spiels.















Sie kam mit ihrer besten Freundin und wollte sich auf jeden Fall selbst schminken. “Ich sehe nicht gut aus, auf Fotos! Ich bin mal gespannt, was Sie aus mir machen.” war der Kommentar des stillen Mädchens von noch nicht einmal zwanzig Jahren.
Die Augen verraten es. Das Shooting war perfekt.
Einmal ein Cowboy sein..... und doch den mädchenhaften Charme in den Vordergrund stellen.
Das Ergebnis hat alle überrascht.
Der Wunsch nach Geheimnis und Dunkelheit stand hier Pate. Aus der fröhlichen jungen Frau wurde nach einer mehrstündigen Sitzung eine geheimnisvolle Schönheit im Stil mittelalterlicher Erzählungen...
Ohne Wünsche und ohne klare Vorstellungen... einfach nur ein Portrait. Das war die Bitte. Ganz einfach?
Perfekte Frisur und energiegeladen, so kam die 16jährige Chinesin in Begleitung ihrer Familie in das Studio. Still haben alle die Verwandlung des Mädchens beobachtet.
“Ich will Model werden, mach ein paar Fotos für meine Sedcard.” Das war eine klare Ansage und nach drei Stunden verwandelte sich die Frau aus dem Kongo in eine Schönheit.
“Machen sie ein Portrait, dass mich interessant erscheinen lässt.” Das war die Bitte und verbunden damit war ein großes Vertrauen in die Kunst des Fotografen.
Geduldig nahm der Protagonist die Anweisungen entgegen und ging so stückweise immer weiter weg von sich selbst, entwickelte ein Gefühl für Ausdruck und Einmaligkeit und wurde.... interessant


Eine junge Frau.
Ideal für kleine Spielereien mit Accessoires aus dem Studiofundus und plötzlich wird aus der stillen Persönlichkeit eine Frau, die Stahl zerbeißen kann.
Bei der Fotografie darf ich nicht verändern, sondern muss mich auf die Menschen, die mir vertrauen, konzentrieren, auf sie eingehen, es schaffen die Zeit still stehen zu lassen, um sie dann unverfälscht und wahrhaftig auf den Fotografien zu zeigen.
Die Augenblicke im Studio sind Momente der absoluten Offenheit und so gelingt es nach einigen Stunden der gemeinsamen Arbeit, die unverhüllte Aura wahrzunehmen, die durch die Züge der Personen hindurchschimmert.
Es ist mir immer wieder eine besondere Freude, wenn scheinbar unauffällige, unfotogene Menschen in meinem Atelier ihre Persönlichkeit erkennen lassen und eine geheimnisvolle Spur auf den digitalen Datenträgern hinterlassen.
Was ich nicht zulasse, ist, dass meine Portraitierten der Lächerlichkeit preisgegeben werden, grotesk wirken oder sonstigen Anlass für Spott bieten. Das Spiel mit Sensation und Bestürzung überlasse ich gern anderen Fotografen, die einzig auf diesem Weg Popularität erlangen
Torsten Gripp
im November 2009.
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Die Presse schreibt: |
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